Giglio Castello

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Die mittelalterliche Ortschaft sticht durch die sie umgebenden Stadtmauern (11. Jahrhundert) ins Auge. Ein Spaziergang entlang der Wege zwischen Scharten und Türmen beeindruckt genauso wie das Erkunden der kleinen Gassen, die durch Stiegen und baschetti (kleine ebene Flächen vor den Häusern mit Stufen) unterbrochen werden. Der Haupteingang besteht aus drei Türflügeln, die an unglaublich massiven Granitblöcken befestigt sind und zeugt noch heute von Piratenangriffen und Herrschaft, wie aus dem Wappen der Medici am letzten Bogen hervorgeht.

Den höchsten Teil der Ortschaft stellt die „Piazza XIII Novembre“ mit dem beeindruckenden Felsen Rocca Pisana aus dem 12. Jahrhundert dar. An markanter Stelle ist an der westlichen Seite die Kirche S. Pietro Apostolo zu bewundern, welche im 18. Jahrhundert in spätbarockem Baustil restauriert wurde. Ursprünglich stammt sie aus dem 15. Jahrhundert.

Im Kircheninnenraum befinden sich sehr wertvolle Gegenstände, wie beispielsweise zwei Weihwasserbecken, welche auf einem Sockel stehen, der wiederum aus der Villa der Familie Enobarbi von Giglio Porto (1.-2. Jh. n. Chr.) stammt. Der Hauptaltar besteht aus buntem Marmor aus dem 11. Jahrhundert. Das Presbyterium weist Büsten des San Mamiliano (rechts) und des San Pietro Apostolo (links) auf.

In den seitlichen Kapellen befinden sich drei wertvolle Gemälde der Gebrüder Nasini (17. Jh.). Besonders herauszuheben ist die „Cappella del Crocefisso“ auf der rechten Seite, wo Gegenstände mit großem künstlerischen und religiösen Wert aufbewahrt werden. Sie stammen aus der Kapelle von Papst Innocenzo XIII, welcher die Gegenstände 1725 seinem aus Giglio stammenden Sekretär Olimpio Miliani schenkte. Des Weiteren können hier Gemälde der Venezianischen und Florentinischen Schule aus dem 17. Jh. bewundert werden sowie Kelche, Monstranzen, allesamt aus ziseliertem Silber aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Besonders herauszuheben ist der Reliquienschrein mit dem Schleier der Madonna, (ursprünglich im Besitz von Urbano VIII), sowie die Monstranz und die Reliquien von San Giuseppe und Urbano I. Ganz vorne befindet sich die Silber-Reliquie aus dem Jahr 1724 der rechten Elle von San Mamiliano, welche von den Bewohnern von Giglio besonders verehrt wird. In der Mitte der Vitrine sticht ein sehr fragiler und wertvoller Gegenstand ins Auge: das Elfenbeinkreuz, welches Giambologna (16. Jh.) zugeschrieben wird. An der Seite der Kapelle befinden sich die Waffen der Sarazenen mit Silbergriffen und Goldgravuren. Sie bezeugen die plötzliche Flucht der Sarazener (Tunesier) nach dem letzten Angriff im Jahr 1799. Bei Verlassen der Kirche kann man, unter dem Platz, eine Zisterne bewundern, welche durch den Brunnen mit viereckigen Säulen und Granitgebälk besonders ins Auge sticht. Sie wurde von Alessandro Nini Anfang des 19. Jahrhunderts entworfen und war ein Geschenk von Ferdinando III Lorena an die Bewohner von Giglio, um sie mit Wasser zu versorgen, sollte es weitere Belagerungen, nach jener von 1799, geben. Ein Spaziergang entlang der Mauern bietet einen atemberaubenden Blick auf die Inseln Giannutri, Corsica, Elba sowie auf die Küste des Festlandes.