isola del giglio

 

Giglio Porto

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Giglio Porto befindet sich im östlichen Teil der Insel und ist das erste bewohnte Zentrum, welches vom Hafen "Porto Santo Stefano" von der Fähre aus zu sehen ist. Wahrscheinlich war dies auch zur Zeit der Römer das erste bewohnte Gebiet der Insel überhaupt. Aus diversen historischen Texten sowie aus archäologischen Funden geht hervor, dass genau in dieser Zeit ein Granitkai errichtet wurde, welcher 179 Arm (ca. 120m) lang war und für die Seefahrt gedacht war. Die letzten Überreste des Kais wurden nach den Restaurierungsarbeiten 1796 entfernt.


Giglio Porto wurde im Laufe der Geschichte mehrmals von seinen Bewohnern verlassen und wieder besiedelt. Direkt an der Küste zu wohnen war in der Vergangenheit oft auch mit erheblichen Gefahren verbunden, da Piratenangriffe keine Seltenheit waren. Die Entwicklung hin zum heutigen Giglio Porto begann ab Mitte des 18. Jahrhunderts n. Chr.


 
Giglio Porto ist heute ein sehr kleines und besonderes Zentrum. Die eng beisammen liegenden und farbenfrohen Häuser bilden schmale Gassen und Wege, welche parallel zur Küstenlinie verlaufen. Die zwei Leuchttürme erstrahlen in ihrer Pracht vom Kai und runden zusammen mit dem antiken Turm von Saraceno (1596) das Stadtbild auf.

In der touristischen Hochzeit ist Giglio Porto sehr gut besucht und Bars, Geschäfte und Restaurants haben bis spät in die Nacht geöffnet. Hier finden Sie auch viele der Einrichtungen der Insel, wie zum Beispiel Bank, Post, Apotheke, Fahrzeug- und Schiffsverleih, Arzt etc. Vom bewohnten Zentrum aus sind die Strände Cannelle, Caldane und Arenella bequem zu Fuß zu erreichen.

 

 

 

Giglio Castello

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Die mittelalterliche Ortschaft sticht durch die sie umgebenden Stadtmauern (11. Jahrhundert) ins Auge. Ein Spaziergang entlang der Wege zwischen Scharten und Türmen beeindruckt genauso wie das Erkunden der kleinen Gassen, die durch Stiegen und baschetti (kleine ebene Flächen vor den Häusern mit Stufen) unterbrochen werden. Der Haupteingang besteht aus drei Türflügeln, die an unglaublich massiven Granitblöcken befestigt sind und zeugt noch heute von Piratenangriffen und Herrschaft, wie aus dem Wappen der Medici am letzten Bogen hervorgeht.

Den höchsten Teil der Ortschaft stellt die "Piazza XIII Novembre" mit dem beeindruckenden Felsen Rocca Pisana aus dem 12. Jahrhundert dar. An markanter Stelle ist an der westlichen Seite die Kirche S. Pietro Apostolo zu bewundern, welche im 18. Jahrhundert in spätbarockem Baustil restauriert wurde. Ursprünglich stammt sie aus dem 15. Jahrhundert.

Im Kircheninnenraum befinden sich sehr wertvolle Gegenstände, wie beispielsweise zwei Weihwasserbecken, welche auf einem Sockel stehen, der wiederum aus der Villa der Familie Enobarbi von Giglio Porto (1.-2. Jh. n. Chr.) stammt. Der Hauptaltar besteht aus buntem Marmor aus dem 11. Jahrhundert. Das Presbyterium weist Büsten des San Mamiliano (rechts) und des San Pietro Apostolo (links) auf.

In den seitlichen Kapellen befinden sich drei wertvolle Gemälde der Gebrüder Nasini (17. Jh.). Besonders herauszuheben ist die "Cappella del Crocefisso" auf der rechten Seite, wo Gegenstände mit großem künstlerischen und religiösen Wert aufbewahrt werden. Sie stammen aus der Kapelle von Papst Innocenzo XIII, welcher die Gegenstände 1725 seinem aus Giglio stammenden Sekretär Olimpio Miliani schenkte. Des Weiteren können hier Gemälde der Venezianischen und Florentinischen Schule aus dem 17. Jh. bewundert werden sowie Kelche, Monstranzen, allesamt aus ziseliertem Silber aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Besonders herauszuheben ist der Reliquienschrein mit dem Schleier der Madonna, (ursprünglich im Besitz von Urbano VIII), sowie die Monstranz und die Reliquien von San Giuseppe und Urbano I. Ganz vorne befindet sich die Silber-Reliquie aus dem Jahr 1724 der rechten Elle von San Mamiliano, welche von den Bewohnern von Giglio besonders verehrt wird. In der Mitte der Vitrine sticht ein sehr fragiler und wertvoller Gegenstand ins Auge: das Elfenbeinkreuz, welches Giambologna (16. Jh.) zugeschrieben wird. An der Seite der Kapelle befinden sich die Waffen der Sarazenen mit Silbergriffen und Goldgravuren. Sie bezeugen die plötzliche Flucht der Sarazener (Tunesier) nach dem letzten Angriff im Jahr 1799. Bei Verlassen der Kirche kann man, unter dem Platz, eine Zisterne bewundern, welche durch den Brunnen mit viereckigen Säulen und Granitgebälk besonders ins Auge sticht. Sie wurde von Alessandro Nini Anfang des 19. Jahrhunderts entworfen und war ein Geschenk von Ferdinando III Lorena an die Bewohner von Giglio, um sie mit Wasser zu versorgen, sollte es weitere Belagerungen, nach jener von 1799, geben. Ein Spaziergang entlang der Mauern bietet einen atemberaubenden Blick auf die Inseln Giannutri, Corsica, Elba sowie auf die Küste des Festlandes.

 

 

 

Giglio Campese

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Giglio Campese besteht aus einem kleinen bewohnten Zentrum, das ca. 5km von Giglio Castello entfernt ist. Es erstreckt sich gen Westen hin zum Golf von Campese. Eine Besonderheit stellt die bekannte Klippe mit dem Turm dar.

Im Vergleich zu Giglio Porto und Giglio Castello weist Campese eine weniger alte Geschichte auf und der Gedanke an einen lange Zeit unbewohnten und naturbelassenen Ort beeindruckt immer noch. Das erste Bauwerk war der Turm von Campese, welcher im 18. Jahrhundert erbaut wurde und zur Überwachung von Schiffen, die sich vom westlichen Teil der Insel annäherten, diente. So konnten die Verantwortlichen in Giglio Castello unverzüglich über mögliche Eindringlinge informiert werden. Der Turm erlangte besondere Berühmtheit durch das erfolgreiche Abwehren von Piraten, welche die Insel im Jahr 1799 zum letzten Mal angriffen.

Im Anschluss an die Vereinigung Italiens, wurde der Turm 1861 statt als militärischer Standpunkt benutzt zu werden, in private Hand gegeben. Eine bekannte Persönlichkeit sei an dieser Stelle erwähnt: Kapitän Enrico Alberto d'Albertis schätzte den Turm als Rückzugsort zwischen seinen Reisen. Zurzeit ist der Turm privates Eigentum und wird zu touristischen Zwecken genutzt.

 

Campese war bis Anfang des 20. Jahrhunderts nur dünn besiedelt. Die Eröffnung des Pyrit-Steinbruchs 1938 jedoch brachte wirtschaftlichen Aufschwung und viele Familien der Insel lebten von diesem Geschäft. Der Abbau von Pyrit erfolgte bis zur endgültigen Schließung der Anlage im Jahr 1962. Die Gesellschaft "Montecatini Società Generale" nahm in Folge eine Umstrukturierung in der chemischen Industrie und jeder der Mineralien vor.

Die folgenden Jahre waren vom Wirtschafts-Boom Italiens geprägt und Campese erfuhr eine Hochzeit des Tourismus. Das bewohnte Zentrum wuchs an, es wurden neue Wohnungen gebaut, erste Geschäfte und die Wohnanlage Richtung Franco-Kap erblickten das Licht der Welt. Bis heute dauert die Beliebtheit des Ortes unter den Touristen an und der große Strand mit seinem kristallklaren Wasser ist ein zeitloses Highlight.

Der geographischen Ausrichtung in Richtung Westen ist eine im Vergleich zu den anderen Zentren lange Sonneneinstrahlung zu verdanken, wodurch außerdem atemberaubende Sonnenuntergänge zu beobachten sind. Im Sommer kann man an diesem Schauspiel um neun Uhr abends oder noch später teilhaben, was für den Ort insgesamt unglaubliche 16 Stunden Sonnenlicht bedeutet.

Giglio Campese ist im Sommer als Badeort beliebt und der richtige Ort für Badeliebhaber, Touristen und all jene, die einen weitläufigen Strand genießen wollen.

 

 

Archaologische Ausgrabungsstatten

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Villa del Saraceno

In Giglio Porto gibt es in der Nähe der kleinen “Cala del Saraceno” bzw. “Cala delle Murene” Überreste einer cetaria, eines Beckens für die Fischaufzucht, neben einer römischen Villa der Familie Domini Enobarbi aus dem 1.-2. Jh. n. Chr., wovon noch einige gemauerte Reste aus der Zeit auf der linken Seite sieht. Durch Ausgrabungen entdeckte man einige Teile mit Tonnengewölbe, Wände in der römischen Mauertechnik opus reticulatum, verschiedenfärbigen Stuck und Mosaike mit schwarzen und weißen Steinchen.

 

Torre del Lazzaretto

In der zweiten Hälfte des 16. Jh. wurde dieser Turm von Cosimo I de’ Medici in Auftrag gegeben und 1624 fertiggestellt. Er diente der Sichtung von Piratenschiffen. In Folge wurde er, genauso wie die umliegende Gegend als Lazarett für Betroffene von schweren Epidemien verwendet, worauf sich auch sein Name zurückführen lässt. Ende des 17. Jh. wurden der Turm und das Lazarett nicht mehr dafür verwendet und nach der Vereinigung Italiens wurden sie zu Staatseigentum. Ende des 19. Jh. wurden sie an Privatleute verkauft. Der Grundriss und der Aufbau wurden verändert und ausgebaut.

 

Romisches Segelschiff

Das Wrack eines römischen Segelschiffes, welches für den Transport von Handelsprodukten verwendet wurde, fand man im Jahr 1982 in 38 Metern Tiefe ca. 100 Meter vor dem Kai „molo rosso“. Bei diesem Fund wurden außerdem einige Amphoren nach afrikanischer Art (Größe II, A, B) aus der Mitte des 3. Jh. n. Chr. gefunden.

 

Villa di Giannutri

Hierbei handelt es sich nicht nur um eine Villa, sondern um eine ganze Wohnanlage, die der reichen Familie Domizi Enobarbi gehörte und auf eine Zeit zwischen Ende des 1. und 2. Jh. n. Chr. zurückzufüren ist.
Dieses Bauwerk befindet sich im Zentrum von Giannutri und weist eine sehr komplexe Architektur auf, die in verschiedene Räume und Flächen aufgeteilt ist. Das ursprüngliche Bauwerk war dreistöckig und umgab einen großen Hof.

Die Stockwerke waren durch Stiegen verbunden. Die Villa hatte außerdem, ganz nach römischer Bauart, ein Kanalheizsystem. Teil des Baus war eine Thermenanlage, ein Bereich zur Unterbringung der Angestellten, zwei Anlegestellen für Schiffe (Cala Spalmatoio und Cala Maestra) sowie ein Becken für die Aufzucht von Fischen.

 

Leuchtturm Vaccarecce

Der Leuchtturm wurde 1789 erbaut und diente der Orientierung für die Schifffahrt. Er wurde nicht zur Gänze fertig gebaut, da es immer wieder Probleme aufgrund des dichten Nebels in der Winterzeit gab, welcher es den Schiffen unmöglich machte, seine Leuchtzeichen zu erkennen.

Er wurde jedoch vor kurzem restauriert und ist nun in Privatbesitz.

 

Weitere Ausgrabungsstatten

Es gibt einige andere, sehr interessante Ausgrabungen, wie aus den Aufzeichnungen über die Geschichte der „Isola del Giglio“ von Andrea Brizzi hervorgeht. Darunter römische Münzen, Hausrat aller Art und Skelette; Es wurden auch Bleirohre für den Wasserzulauf von der Quelle in der „Cala del Saraceno“ zu den Villen gefunden.


Beeindruckend und voller historischer Details ist das mittelalterliche Zentrum von Giglio Castello. Besonders die Stadtmauer und Bauten um sie herum sind von großem historischen Interesse. Vieles deutet noch auf vergangene Tage hin, wie zum Beispiel Gedenksteine, Gravuren und alte Wappen. Am Hauptplatz „piazza della Rocca“ findet man auf einem Tor neben der Portiersloge noch den Namen von Ferdinando II, „Dux Etruriae“, welcher im Jahr 1623 die Restaurierung initiierte. Auf der Rückseite des zweiten Eingangstors zur Stadt sieht man, aus Richtung Piazza Gloriosa kommend, ein Wappen der Familie Medici.


Ein weiterer Schatz, der an die Vergangenheit erinnert, ist die Kirche S. Pietro in Giglio Castello. Dort befindet sich ein Elfenbein-Kruzifix von Jean Boulogne, auch Giambologna genannt (1529-1608), ein Schaukasten mit der Reliquie des Unterarms des Patrons der Insel, S. Mamiliano, und einige Waffen und Gegenstände aus der Zeit des letzten Piratenüberfalls 1799.
Das korinthische Kapitell unter dem Weihwasserbecken in der Kirche von Giglio Castello stammt aus traianischer Zeit im 2. Jh.

 

Geomineralogische Lehrpfade

Für unsere Gäste nur das Beste

 

 

Italiens erste geomineralogische Pfade

 

Die geomineralogischen Pfade, die Sie hier vorfinden, sind einzigartig in ganz Italien. Sie bieten die Möglichkeit, die Insel auf ganz neue Weise zu erkunden und Dinge wahrzunehmen, die für Gewöhnlich nicht beachtet werden, obwohl sie im Grunde jedem vertraut sind – gemeint ist die Morphologie des Territoriums.

Sehr viel Information kann allein durch das Beobachten der Landschaft gewonnen werden: wer beispielsweise etwas im Gestein lesen kann, wird in jeder noch so kleinen Kluft, in jedem Erdriss und in der Form der Steine eine Menge Interessantes erkennen können. Es eröffnet sich ihm ein Tor in eine ganze Welt, die zurück in die Vergangenheit führt, die nicht einmal so lange zurückliegt. Wenn man Fähigkeiten entwickelt, um wie ein alter Weise die Steine zu umarmen und zu befragen, betritt man definitiv eine magische Dimension, die einen – ob man will oder nicht – im Bann hält.

Einige der sehr platt getretenen Pfade, die in der Vergangenheit von Bauern, Berggräbern und Bergwerksarbeitern benutzt und geschaffen wurden, wurden eigens für geomineralogische Erkundungstouren ausgestattet. Es ist daher keine besondere Ausrüstung vonnöten. Hilfreich können Lupe, Fernglas, Hut und … vor allem Neugierde sein. Auch ausreichend Zeit schadet nicht.

Es muss nicht zwingend gleich ein ganzer Pfad abgegangen werden, oft genügt es, nur einen Teil zu erkunden, um in die geheimnisvolle Welt des Gesteins einzutauchen.

Der Beginn der Wanderpfade ist immer in Giglio Castello, dem Ort der Stiegen, der als befestigte Stadt den Anschein erweckt, direkt aus dem Granitfelsen zu erwachsen.

 

1) Der Pfad der Berggräber

Von Piazza Gloriosa geht es abwärts, um zum Pfad Nr. 1 zu gelangen. Hier wird eine kurze Pause eingelegt, um die Beschaffenheit des Granits zu studieren, dem Tiefengestein (Plutonit), das aus den Tiefen des Meeres stammt und sich unter kilometerdicken Sedimentschichten im Laufe von Millionen von Jahren bildet. Um sich einen Begriff von der unglaublichen Kraft des Gesteins zu machen, genügt es, sich die Burg mit dem glühenden Felsen anzusehen. Weiter geht es auf der Straße, die Richtung Giglio Porto führt. Bei Monticello wird ein Halt eingelegt, um den Hafen zu begutachten und um mehr über den einstigen Handel von Granitsäulen zu erfahren, die noch heute Kirchen oder Villen von Adeligen schmücken.

In Giglio Porto angelangt, werden die Überreste des Steinbruchs von Foriano bewundert, welcher von den Römern vor zweitausend Jahren eröffnet wurde und mindestens bis zur Mitte des 19. Jh. in Betrieb war. Von hier aus geht es weiter hinunter nach Giglio Porto, um den Steg zu sehen, der vom Großherzog Leopoldo II wiedererrichtet wurde, um den Handel mit Granitsäulen zu erleichtern. Von hier aus sieht man auch den kleinen Steinbruch „Scalettino del Porto“. Weiter geht der Weg bis zum Erreichen der Kreuzung von Bonsere. Hier beginnt ein sehr angenehmes Stück Weg, auf dem die Struktur des in der Tiefe befindlichen Granits genau unter die Lupe genommen wird, bis schließlich die Steinbrücke Bonsere und Cannelle erreicht werden. Der Weg wird auf einem Boot Richtung Süden fortgesetzt, bis die Bucht „Cala degli Alberi“ erreicht wird, wo Reste von alten Steinbrüchen und Aufschüttungen aus einer Zeit, in welcher diese noch in Betrieb waren, zu sehen sind.

In Giglio Porto angelangt, geht es hinauf nach Monticello. Von hier aus hinunter zur Arenella-Bucht, um zum Steinbruch „Cava del Piccione“ zu gelangen, welcher einer der letzten war, der in Betrieb war. An dieser Stelle bietet sich auch die Gelegenheit, an all die prachtvollen Mineralien zu denken, die hier gewonnen wurden.

 

2) Der Pfad der Bergwerksarbeiter

Von Piazza Gloriosa geht es abwärts, um zum Pfad Nr. 3 zu gelangen. Nach der Hälfte dieses Weges wird beim großen Amphitheater Halt gemacht, das einst aus jenem Sedimentgestein bestand, das auch die ganze Insel bedeckte. Von hier aus kann außerdem der Ausblick auf das Franco Kap genossen werden. Die Form der Spitze der Klippen scheint aus diesem Blickwinkel interessant, wenn man bedenkt, dass sie früher die Spitze des Kaps war. Man hat das Gefühl, dass sie durch unglaubliche Krafteinwirkung in das Meer gestoßen wurde.

Dem Weg folgend erblickt man auf der rechten Seite nur wenig über Campese den Hügel „Colle del Castellare“, von dem aus die ersten Bergarbeiter der Geschichte, die Villanovianer, achthundert v. Chr., erfolgreichen Handel mit Blutsteinpigmenten betrieben.

Danach geht es weiter nach Campese, wo der „brucione“, eine unglaubliche Ansammlung von Blutstein in Form des Brunnens von Santa Barbara, bewundert werden kann. Bemerkenswert sind auch die antiken Öfen zur Bearbeitung von Pyritgestein. Weiter geht es in Richtung Meer, vorbei an einem kleinen Steinbruch mit vielen Stalaktiten.
Der Weg geht weiter Richtung Valle Ortana, dem Grenzgebiet zwischen Granit- und Kalksteinvorkommen, wo sich Pyrit abgelagert hat. Dieses Vorkommen war das erste des damals erst kurze Zeit vereinigten Italien und stellte den Bergbau, welcher Italien in den darauffolgenden Jahren zu Ruhm und Reichtum verhalf, gewissermaßen auf den Prüfstand. Geht man den Pfad weiter, ist es ganz deutlich zu erkennen, dass sich auch die Flora mit verschiedenen Metallvorkommen im Boden ändert. Schon bald erreicht man die Allume-Bucht, die an der rechten Seite eine Kalkgesteinbank mit vielen Einbuchtungen aufweist, ähnlich dem Gestein des Leuchtturms. Es handelt sich hierbei um den Überrest der antiken Lagune, die vor dem großen Granitvorkommen an dieser Stelle war. Auf der linken Seite erwachsen die Felsen der schwarzen Klippe („Scoglio Nero“), der “Isola della Cappa” und von Vena. Zu dieser Zeit, Mitte des 17. Jh., hegte der Großherzog den Wunsch, den hohen Zoll auf Eisen aus Elba abzuschaffen. Es erfolgt an dieser Stelle der Abstieg zur Bucht von Allume: links eine Quelle mit Eisen- und Rostspuren, welche auf das Vorkommen im Gestein schließen lässt. Dahinter befindet sich einer der Probestollen der Gegend; Rechts befindet sich ein weiterer Probestollen sowie ein kleiner Strand, an dem die Mineralien auf Wägen geladen wurden.

Der Weg führt wieder nach Campese und geht auf einem Boot weiter vorbei an den Masten der alten Seilschwebebahn, wovon sich zwei davon im Meer befinden und der dritte praktisch der letzte Überrest eines Systems zur Beladung von Schiffen ist, das für diese Epoche revolutionär war.

 

3) Der Pfad der Sucher

Wer kann als Sucher bezeichnet werden? Einer, der neugierig und leidenschaftlich bei der Sache ist, der suchen – und finden - will. Von Giglio Castello aus geht es auf einer angenehm zu begehenden und fahrbaren Straße bis zur Kreuzung. Geradeaus geht es weiter in Richtung des antiken Leuchtturms bis Scopeto. Dies ist wohl eines der ersten Aufenthaltsorte des prähistorischen Menschen, den es auf der Jagd nach Wild hierher zog. Massive erratische Blöcke aus Granit ziehen die Blicke an dieser Stelle auf sich und laden dazu ein, eingehend über dieses Gestein nachzudenken. Weiter führt der Weg bis zum Erreichen des Pfades mit der Nummer 13, welche hier ganz und gar nicht Unglück bringen wird. Ganz im Gegenteil - der Wanderweg ist sehr schön und führt direkt zum antiken Leuchtturm „Faro del Fenaio“, wo vertikale Aplit-Adern sowie hochinteressante Granitrisse zu beobachten sind, allesamt sehr wertvolle Reste des Gesteins, das einst die ganze Insel bedeckte. Weiter führt der Weg einmal um den Leuchtturm, um dann die beeindruckenden Klippen von Sparavieri und Secche mit ihren vertikalen Mustern zu bewundern, die durch das schnelle Erkalten des glühenden Felsen entstanden sind.

Nach dem Erreichen von Castello geht es weiter auf der Panoramastraße, aber erst nachdem der sehr alte Steinbruch „cava delle marcasite“ besucht wurde, der von Pecci Mitte des 18. Jh. beschrieben wurde. Auf der linken Seite sieht man gelblichen Granit an der Oberfläche, der sehr spröde und aus diesem Grund leicht zu verarbeiten ist. Er ist durchdrungen von gelben Pegmatit- und weißen Aplit-Adern. Hier wird kurz innegehalten, um über die Ablagerungen von anderen Gesteinsformen zu sprechen.

Auf der rechten Seite befinden sich die Überreste des “Dolce” und dies ist nur ein Vorgeschmack auf die zauberhaften und wilden Farben der Tore und der „Cote Ciombella“, welche atemberaubende Gesteinsmassen sind, die sich vor sehr langer Zeit vom damals noch warmen Fels gelöst haben. Weiter geht es in Richtung Castelluccio, vorbei an einer Reihe von Anhöhen, welche einen fast durchgehenden Granit-Grat bilden. Von hier aus bietet sich der Blick auf Capel Rosso; auch Giannutri ist in der Ferne zu sehen; Weiter geht es auf dem Weg Nummer 5. Es bietet sich geradezu an, die weichen Granitformen, die vielen Farbnuancen des Pegmatits, das blendende Weiß der Aplit-Adern sowie die hellgelben Pegmatit-Adern zu bewundern. Bei Capel Rosso angelangt, bietet sich ein atemberaubender Anblick: die Erosion durch das Wasser hat den weichen Felsen in geologisch betrachtet kurzer Zeit, in Wirklichkeit in Millionen von Jahren auf unglaubliche Weise geformt. Auf diesen langgezogenen und verdichteten Formen und Flächen geht es weiter, um wieder dem Weg zu folgen. Dieser führt über die Panoramastraße, von der aus die Morphologie der Küste mit ihren Kliffen und von den Wellen geformten Felsen genau zu beobachten ist. In Castello angelangt, geht es mit einem Transportmittel nach Campese, wo zu allererst die Klippen beim Turm begutachtet werden, das sind die letzten, die zum Vorschein kamen, nachdem sie noch bis vor einigen tausend Jahren von Geröll bedeckt waren, wovon noch Überreste zu sehen sind. Zwischen den Klippen zeichnen sich ganz deutlich Wege und Kanäle ab, die vom Fluss heißen Wassers aus dem glühenden Felsen aus einer früheren Zeit zeugen. Der Weg wird auf einem Boot fortgesetzt und führt Richtung Osten, wo das Material des Leuchtturms, die Überreste der Salinen, die Säule von Mezzofranco und die „Punta della Penna“, die Richtung Meer zeigt, begutachtet werden. Der nächste Halt erfolgt bei der natürlich durch Erosion im Granit entstandenen Höhle „Corvo“. Von hier aus geht es auf dem Wasser weiter bis zur Höhle von Capel Rosso, welche ein herausragendes Beispiel für eine Meereshöhle ist.

 

Nach dieser Erkundungstour bleibt uns nach der Rückkehr an Land mit Sicherheit das Gefühl, einen ersten Einblick in einen Mikrokosmos erlangt zu haben, der noch weitere Faszinationen in sich birgt.

Prof. Alessandro Fei
Direktor des Museums

 

 

WICHTIG!
In Kürze wird für wahre Liebhaber der Lehrpfade ein detailreiches Handbuch über die ersten geomineralogischen Pfade Italiens auf der Insel Giglio erscheinen und in den Büros des Tourismusverbandes “Pro Loco – Isola del Giglio” käuflich zu erwerben sein.

 

Strande

 

Die größten Strände, bei denen auch Sonnenschirme und Liegen gemietet werden können, sind der Größe nach die Strände: Campese, Cannelle, Arenella und Caldane. Zu allen Stränden ist der Zutritt frei und es steht den Besuchern frei, Schirme und Stühle zu mieten. Die Strände sind mit dem Auto zu erreichen; eine Ausnahme bildet Caldane – diesen Strand erreicht man auf dem Wasserweg sowie durch einen einfachen Fußweg von ca. einem Kilometer.

Es gibt eine Vielzahl von kleineren Stränden und atemberaubenden Buchten, die zum Teil zu Fuß, zum Teil nur über den Wasserweg zu erreichen sind. Wer kein Wasserfahrzeug besitzt, kann problemlos eines mieten bzw. eines der Boot-Taxis nutzen, die zu jeder Tageszeit zur Verfügung stehen und Sie zu Plätzen Ihrer Wahl bringen und von dort wieder abholen.

 

Nationalpark des Archipels

 

 


Wer einen naturfreundlichen Urlaub verbringen will, ist hier genau richtig, denn die “Isola del Giglio” ist seit 22. Juni 1996 Teil des Nationalparks des Toskanischen Archipels, der sich über 17.887 Hektar Landfläche und 56.766 Hektar Meer erstreckt.

Der Nationalpark umfasst die Inseln Gorgona, Capraia, Elba, Pianosa, Montecristo, Giglio und Giannutri. Die Insel Montecristo ist seit 1971 ein staatliches Naturreservat.

Die Inseln unterscheiden sich in geologischer Hinsicht sehr stark. Die „Isola del Giglio“ und die Insel Elba weisen eine Mischung aus granit- und kalkhaltigem Gestein auf. Die Insel Capraia ist vulkanischen Ursprungs, Montecristo und Gorgona bestehen aus granithaltigem, Giannutri und Pianosa hingegen fast ausschließlich aus kalkhaltigem Gestein.

 

 

 

 

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Morphologie

 

 

 

Die “Isola del Giglio” befindet sich inmitten des Tyrrhenischen Meeres und ist nur 11 Meilen vom “Promontorio dell’Argentario” entfernt. Ihre Fläche erstreckt sich über 21,21 km2; Außer dem „promontorio del Franco“, welches aus kalkhaltigem Trias-Gestein und quarzhaltigem Gestein aus dem Paläozoikum besteht, setzt sich die Insel fast ausschließlich aus Quarzgestein (Granit) zusammen.


Die Form der Insel erinnert sehr an die Form der Insel des Toskanischen Archipels Capraia, wovon sie sich jedoch besonders durch die geologische Beschaffenheit und durch einige morphologische Eigenschaften unterscheidet.
Giglio hat eine elipsenartige Form und eine Achse, die in Richtung N-NW, S-SO ausgerichtet ist. Die Fläche der Insel verläuft 28 km an der Küste entlang – mit den Hauptachsen N-S (Punta di Capel Rosso - Punta del Fenaio) und O-W (Punta di Castellare - Punta di Mezzo Franco) mit jeweils 8,7 und 4,0 km.

Vom morphologischen Standpunkt her zeichnen die Insel besonders die bergige Natur, Anhöhen, die zum Großteil westlich ausgerichtet sind, die vielen besonderen Strände und Buchten, die Mischung aus Erhöhungen und Flachland und die lange Küste aus.
„Poggio della Pagana“ (496 m) stellt die höchste Anhöhe der Insel dar. Von dort aus kann man eine schöne Aussicht auf den Archipel und auf weitere Anhöhen von Castellucci (476 und 470) genießen. Von der Ortschaft Giglio Castello (357 m) aus bleiben die Anhöhen der Insel Richtung Süden erhaben: 487, 496, 476, 470, 388 m betragen die Höhen von „Poggio della Chiusa“, „Poggio della Pagana“, den zwei Gipfeln von Castellucci und „Poggio Terneti“.

Trotz der bergigen Beschaffenheit der Insel gibt es auch Flachland. Unter anderem: Santo, Fontuccia, Pentovaldo, Mortoleto, u.a.; Diese Landabschnitte wurden früher bepflanzt, denn erst später stieg man auf den anstrengenden Bau der sogenannten „greppe“ zur Bepflanzung um, denen man auf der ganzen Insel begegnet.

 

 

Fauna

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Es gibt nicht viele sesshafte Tierarten auf der „Isola del Giglio“. Am besten vertreten sind Wildhasen und Mufflons, welche eingeführt wurden und im Naturschutzgebiet „del Franco“ weitergezüchtet werden. Weitere Bewohner sind Eidechsen und Schlangen, jedoch keine giftigen, keine Sorge also bei Wanderungen in der Wildnis. Es gibt ein großes Vorkommen von Zugvögeln, der bekannteste unter ihnen ist die Mittelmeermöwe. Auch Raubvögel, wie zum Beispiel Turmfalken, Bussarde, Wanderfalken und Kolkraben sind vertreten. Unter den Nachtvögeln finden sich Schleiereulen, Zwergohreulen, Steinkäuze und Fledermäuse.
Die folgende Aufzählung kann Liebhabern des Bird-watching eine Hilfe sein und beinhaltet die auf der Insel sesshaften und nicht-sesshaften Vögel:

Säugetiere: Die Insel ist Heimat für nicht sehr viele Säugetiere, jedoch soll an dieser Stelle auf einige hingewiesen werden, denen man auf Spaziergängen und Wanderungen auf der Insel begegnen kann: Wildhase, Mastiff, Mufflon, die Fledermausarten Graues Langohr und Braunes Langohr sowie die Langflügel- und Breitflügelfledermaus, Ratte, Hausmaus;

Amphibien: Entlang der Wanderwege durch die “macchia” bzw. durch Steineichen-Wälder gibt es viele Eidechsen, die ängstlich den Schritten der Wanderer entfliehen. Auch Nattern suchen beim Anblick von Menschen das Weite und verkriechen sich in den Felsen, oder ins Gestrüpp. Auf der Insel gibt es: Gelbgrüne Zornnattern, Tyrrhenische Mauereidechsen, Ruineneidechsen, Sardische Scheibenzüngler;

Bei der Lacerta sicula tyrrenica handelt es sich um eine Eidechsenart, welche die Insel bewohnt und außerdem auch auf der nahegelegenen Insel Giannutri zu finden ist. Es gibt auch andere Amphibien, die außer auf der „Isola del Giglio“ auch im Gebiet des Toskanischen Archipels und dem Argentario, auf Sardinien, in Korsika und auf den Hyèrischen Inseln nahe der Côte d’Azur zu finden sind.

Insekten: Von den vielen Insekten, die auf der Insel beheimatet sind, kann auf eine besondere Art hingewiesen werden, welche erstaunlicherweise eigentlich auf der entfernten iberischen Halbinsel wohnt: der seltene Käfer Potoria Oblunga.

Unterwasserwelt: Es gibt eine sehr große Zahl an Meeresbewohnern, die im sauberen und naturbelassenen Meer den idealen Lebensraum gefunden haben, um sich zu vermehren. Es folgt eine kurze Auflistung der Fische, die am Meeresgrund der „Isola del Giglio“ zu finden sind und welche den Fischern und Tauchern wohl bekannt sind: Mönchsfisch, Mittelmeer-Fahnenbarsch, Zackenbarsch, Delfin, Zahnbrasse, Meeraal, Muränen, Schwertfisch, Spitzbrasse, Große Bernsteinmakrele, Meerbrassen, Großer Roter Drachenkopf, Zitterrochen, Streifenbarbe.
Was die Weichtiere betrifft, so sind Feilenmuscheln, Kraken und Sepien erwähnenswert, die man sehr häufig auffindet. Die Edle Steckmuschel, das größte mediterrane zweischalige Weichtier, war vor einiger Zeit noch in Giglios Meer anzutreffen, ist jedoch mittlerweile ausgestorben.

 

Flora

 

 

Die Umfahrung der Insel auf dem Wasserweg ist sowohl aus landschaftlicher, als auch aus natur-liebhabender Sicht interessant. Zuerst verlässt man den Hafen, um Richtung Norden zu fahren. Die erste Bucht, die erreicht wird ist die “Cala del Lazzaretto”; namensgebend dafür war ein Lazarett, das sich auf der Fläche über der Bucht befand.

Auf der Insel gibt es rund 700 Pflanzenarten, von denen einige weit verbreitet sind, wie beispielsweise Kastanien- und Olivenbäume, Weinstöcke, Orangen-, Zitronen- und Feigenbäume.
Der Forscher Stefano Sommier hat 1900 in seinen Untersuchungen das Vorkommen folgender bis dahin unbekannter Pflanzen entdeckt: Erdrauch, Ringdistel, die Leinkräuterart Linaria capraria, Tragant, die Art des Feldsalates Va¬lerianella microcarpa, die Gladiolenart Gladiolo dubius und die Art der Eberraute Artemisia arbo¬rescens.
Wer der Vegetation der Insel auf den Grund gehen will, kann sich folgende Aufzählung zu Hilfe nehmen, welche die am einfachsten erkennbaren Arten beinhaltet:

 

Chrysanthemenart (Chrisantemum Myconis)
Italienische Strohblume (Helichrysum italicum)
Baumheide u. Vielblütige Heide (Erica arborea) (Erica multiflora)
Meerfenchel (Crithmum maritimum)
Dünen-Trichternarzisse (Pancratium maritimum)
Pfriemenginster (Spartium junceum)
Dornginster (Calycotome spinosa)
Kreta-Hornklee (Lotus creticus)
Strauß-Narzisse (Narcissus tazzetta)
Gelber Zistrosenwürger (Cytinus hypocistis)
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas)
Steineiche (Quercus ilei)
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus)
Leinkräuter (Linaria capraria)
Myrte (Myrtus communis)
Gemeine Hasel (Corylus avellana)
Feldulme (Ulmus campestris)
Dickblattgewächs (Umbilicus pendulinus)
Orchidee (Orchis insularis)
Gelber Hornmohn (Glaucium flavum)
Pinie (Pinus pinea)
See-Kiefer (Pinus pinaster)
Kletten-Krapp (Rubia peregrina)
Romulea ramiflora (Romùlea ramiflora)
Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
Traubeneiche (Quercus sessiliflora)
Flaumeiche (Quercus pubescens)
Silber-Weide (Salii alba)
Behaarter Dornginster (Calycotome villosa)
Senf (Sinapis procumbens)
Acker-Senf (Sinapis arvensis)
Leimkräuter (Silene negletta)
Stechwindenart (Senecio lividus)
Raue Stechwinde (Smilax aspera)
Strandflieder (Statice virgata)
Korkeiche (Quercus suber)
Teucrium Fruticans (Teucrium fruticans)
Garten-Levkoje (Matthiola incava)

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